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Christine Jahn

Freischaffende Künstlerin
Dipl. Multimedia Kunsttherapeutin
DPGKS – Dipl. psychiatrische Gesundheits- und Krankenschwester


"Wenn Du es nicht in Deinem Inneren findest, wo willst Du danach suchen?"
KONFUZIUS

Multimediale Kunsttherapie
Schwerpunkte
Methoden
Kontakt und Terminvereinbarung



 

Schwerpunkte:


Kreativitätsförderung
Kreative Selbsterfahrung
Kommunikation
Selbstmanagement
Motivation
Sinn und Sinnfindung
Zielfindung
Persönlichkeitsentwicklung und Stabilisierung


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Methoden:


Monomedial *
Multimedial / Intermedial (Medien-Transfer) *

Kunsttherapie, Sammelbegriff für therapeutische Verfahren, die mit Medien arbeiten, deren sich auch Künstler bedienen. Kunsttherapie unterscheidet zwischen:
* Kunsttherapie, die schwerpunktmäßig mit einem Medium arbeitet, z. B. bildnerische Kunst, Musik, Tanztherapie und
* Kunsttherapie, die mehrere Medien in ihre therapeutische Arbeit integriert, z. B. Ausdrucks-, intermediale-, und multimediale Kunsttherapie (Mal- und Gestalt-, Bewegungs-, Gesangs-, Poesie-, Musik-, und Theatertherapie)
(MAYR, Stella in STUMM, G / PRITZ, A. (2000). Wörterbuch der Psychotherapie. Wien: Springer (WBPT)

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Kontakt und Terminvereinbarung


Mobil: 0676 / 45 00 409
Mail: christine [dot] jahn [at] lebensraum-therapie [dot] com

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Multimediale Kunsttherapie - die Palette ihrer besonderen Möglichkeiten


Möglichkeit des Ausdrucks:
Bildnerisches Gestalten ermöglicht innerhalb eines geschützten Freiraums und innerhalb einer Atmosphäre jenseits von Leistungsdruck und Konkurrenz einen unzensierten Ausdruck, auch von Unaussprechbarem, von verdrängte Affekten und Fixierungen. Dies ist als Befreiung erlebbar, im Sinne von Benedetti, der Krankheit als "Diskrepanz zwischen innerem Erleben und Ausdrucksmöglichkeit" definiert. Die in der Kunsttherapie ermöglichten Formen des Ausdrucks in unterschiedlichstem Material und in unterschiedlichster Bild-Sprache erhalten dadurch große Bedeutung. Benedetti beschreibt aus diesem Grund die "expressive Funktion" als eine der beiden Wirkfunktionen von Kunsttherapie. Sie kann Zugang öffnen zu neu erfahrbaren, schöpferischen Ausdruckpotenzialen, die im Alltag oft unentdeckt bleiben und brachliegen. Die Erfahrungen zeigen, dass in Zeiten der Krise oder der Krankheit ein besonderer Zugang zu diesen zu bestehen scheint.

Möglichkeit des Erinnerns:
Viele sinnlich-ästhetische Gestaltungsprozesse mit unterschiedlichstem Material können frühe Erinnerungen wiederbeleben. Da sie oft Tätigkeiten der ersten Lebensjahre entsprechen, ermöglichen sie einen direkten, erinnernden Zugang zu Kindheitserlebnissen, insbesondere auch zu vorsprachlichen Erfahrungen. Sie enthalten damit die Chance des Zugangs zu jenen spielerisch-schöpferischen Kräften, mit denen wir uns als Kinder im Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Tun unsere Welt erarbeiten.

Möglichkeit der Form und Symbolbildung:
Der Ausdruck mittels eines ästhetischen Materials bedeutet (meist) nicht nur ein Abreagieren, sondern gleichzeitig auch ein Formen. Die vorher nur fantasierten inneren Bilder erhalten Form und Farbe. Sie werden in einem bestimmten Material symbolisiert, sichtbar und dadurch zu einem anschaubaren Gegenüber, das Möglichkeiten der Distanzierung und Veränderung einschließt. Ein nach außen projiziertes und symbolisiertes psychisches Geschehen vermag seine Bedrohung zu verlieren. Durch die Möglichkeit des Sichtbaren und Dauerhaften entstehen Chancen zum mehrmaligen Anschauen und insbesondere Chancen des Bearbeitens, Veränderns und einer neuerlichen Wieder- zu-sich-Nehmens.

Möglichkeit symbolischen Handelns:
Entsprechend der genannten Symbolbildung in einem bildnerischen Werk entstehen durch künstlerische Prozesse auch verschiedene Wege des symbolischen Handelns, des "Probierens." Es weckt die Sinne - Augen, Hände, Nase - und inspiriert die Lust am Ausprobieren. Künstlerische Materialien, Gerüche, Farbspuren laden ein zum sinnlich ästhetischen Erleben, zum Tun, zum "Erproben" von Spielraum. Sich im Bild, Raum, Schall, Bewegung, Sprache, Handlung neu definieren, sich selbst und anderen gegenüber, mit Fotos oder Collagen experimentieren... - all diese Versuche im unzentrierten Raum des Ateliers bedeuten spielerische Möglichkeiten des Ausprobierens. Es kommt zu einem aktiven Experimentieren mit Vorstellungen und Empfindungen, zu einem Probehandeln auf dem Papier, am Stein, Ton, Instrument etc. Neue, andere Selbst-Bilder werden möglich, zu starre Grenzen zwischen krank und gesund, "normal" und "unnormal" werden erschüttert, herkömmliche Beurteilungen und Urteile werden gelockert oder brüchig. Neudefinitionen werden möglich in der Definition "über das, was ein Mensch kann.....über die Möglichkeiten, die er in sich trägt."

Möglichkeit zusätzlicher Kommunikation:
Das Besondere an der Kunsttherapie ist auch, dass wir eine Sprache hinzugewinnen. Zu den Worten und zur Sprache unseres Körpers kommt die Bild-Sprache hinzu. Eine um das Bildhafte erweiterte Kommunikation kann ein anderes und intensiveres Verstehen bewirken, gerade in Krisen- und Grenzsituationen des Lebens, dort wo die Sprache oft nicht ausreicht oder verloren gegangen ist. Wenn entwicklungs- oder krankheitsbedingt dem Ausdruck und der Verständigung in Worten Grenzen gesetzt sind, ermöglicht der Ausdruck in einem gestalterischen Medium eine neue und tiefe Ebene der Kommunikation. Die hinzukommende Bild-Sprache eröffnet mögliche Zugangswege zu den unbewusst gehaltenen Seiten von Menschen - gerade dann, wenn Wort-, Körper- und Bildsprache kein einheitliches "Bild" zeigen, sondern differieren. Aus den Differenzen sind Konflikte, aber oft auch Lösungen "ablesbar".

Möglichkeit erweiterter Wahrnehmung und Erkenntnis:
Bildnerisches Gestalten ermöglicht mit seiner sinnlich-ästhetischen Qualität eine Vertiefung der Wahrnehmung, eine Verfeinerung der Sensibilität, damit auch eine Erweiterung des "gewohnten" Blickes und des Blickfeldes. Bildwerke und Prozesse lassen sich unter verschiedenen Blickwinkeln - formal-ästhetischen und ebenso wie psychodynamisch- symbolischen - anschauen. Sie erlauben Nah- und Fernsichten, den berühmten Schritt zurück als Möglichkeit für einen oft sehr hilfreichen Perspektivenwechsel, der neue Sichtweisen auf Krisen und Krankheit sowie deren Bewältigung eröffnet. Oft erscheinen in den Bildern und Gestaltungen selbst Lösungswege für Konfliktsituationen, die in der gemeinsamen Betrachtung erkennbar werden. Kunst als besondere Variante des menschlichen Erkenntnisvermögens erhält im kunsttherapeutischen Kontext unter der Perspektive der Einsichtsvermittlung eine zentrale Bedeutung. Erkenntnischancen entstehen sowohl über die Bildform und Bildinhalt als auch über den Prozess des Entstehens, mit dem spezifischen Blick auf bewusste und unbewusste Anteile und Verknüpfungen. Sie ermöglichen umfassende Lernprozesse, in kognitiver und emotionaler Hinsicht. Auch bei spontan entstehenden Bildern ist die Erkenntnismöglichkeit mit dem Ziel eines besseren Verstehens einer Leidenssituation als Ausgangspunkt einer Veränderung eines der wichtigsten Potenziale der Kunsttherapie.

Möglichkeit der Aktivierung von Ressourcen:
In all den skizzierten Möglichkeiten von Kunsttherapie steht die aktivierende Kraft bildnerisch-künstlerischer Prozesse im Zentrum. Nicht so sehr die Defizite selbst sind es, sondern das (Wieder)Beleben brachliegender schöpferischer Kräfte. Als Selbstheilungskräfte werden sie in unterschiedlichster Form aktiviert und zu einer treibenden Kraft beim Bewältigen eines Leidens. Die "Bewältigungskapazität" - als Gegengewicht zu belastenden Erfahrungen - kann dabei gestärkt bzw. nachentwickelt werden. Die kunsttherapeutischen Möglichkeiten, resultierend aus den Potenzialen der Bildenden und Darstellenden Kunst, haben also eine große Bandbreite. Sie bewegen sich von befreienden, aktivierenden, kommunikativen und integrierenden bis zu ordnenden, strukturierenden Prozessen und können insgesamt stärkende, stützende und identitätsstiftende Prozesse sein. Es gehört zu den spezifischen kunsttherapeutischen Kompetenzen, Menschen in den unterschiedlichsten Situationen einer Krise zu begleiten und gemeinsam einen je individuellen hilfreichen und einen begehbaren Ausweg zu finden sowie zu eigenen schöpferischen Impulsen und Quellen, zu denen oft keine direkte Verbindung (mehr) besteht, eine Tür zu öffnen.

(F.von Spreti P. Martius H.Fröstl (Hrsg.) 1. Auflage 2005; Kunsttherapie bei psychischen Störungen S.15-17, Urban&Fischer Verlag im Imprint der Elsevier GmbH, München)

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Maria Montessori